Isländische Senioren


Auf dieser Seite möchten wir alle ALTEN und TREUEN über        25 jährigen Islandpferde "EHREN"

Ob noch bei euch oder schon über die Regenbogenbrücke      gegangen, schickt uns einen Kurzbericht mit Foto zu und        wir werden ihn gerne veröffentlichen!




8.6.11 von Ursula Brun

Pràndur / 1985 - 2011





2.4.11 von Irene Meinhart

Tvistur / 1977 -





2.4.11 von Irene Meinhart

Topar / 1972 -





1.4.11 von Petra Naegeli-Gisler

Loftur vom Grenzland / 1977 - 2011
 
An einem schönen, sonnigen Wintersonntag ging das lange und glückliche Pferdeleben von Loftur nach fast 34 Jahren zu Ende. Er wurde auf seiner Weide, unter den Obstbäumen, von seinem Leiden erlöst: Eine akut aufgetretene Kolik hat ihm starke Schmerzen verursacht und liess sich mit den medizinischen Künsten nicht mehr heilen. Es war ein schwerer Moment, für mich und meine ganze Familie, mussten wir doch Abschied nehmen von einem treuen und lieb gewordenen Freund und Begleiter.
Unsere gemeinsame Geschichte hat 1984 begonnen. Ich war damals 16 Jahre alt und auf dem Hestar-Hof Teilnehmerin an einem Reitlager. Dort begegnete ich zum ersten Mal Loftur, der dort  in einem Paddock stand. Ich wusste sofort, dieses Pferd muss ich haben! Zuerst musste ich aber noch meine Eltern "bearbeiten", die meinem Wunsch dann auch nachgaben und mir Loftur kauften.
Damit begann für mich eine intensive und äusserst erlebnisreiche Pferdefreundschaft. Da der Tölt nicht wirklich Lofturs Stärke war, liess ich das Turnierreiten mit ihm bald bleiben. Mit meinem "Saarlandtraber" nahm ich dann aber an zahlreichen Distanzrennen - bis 80 Kilometer - teil und erreichte gute Platzierungen. Loftur war dazu noch in einigen anderen Disziplinen einsetzbar. So lief er einspännig am Karren oder am Schlitten, sprang über Hindernisse, war mein "Brevet-Pferd", liess sich mit dem Bastsattel als Packpferd mitführen und war auch unter dem Reitsattel im Gebirge ein trittsicherer, nervenstarker und zuverlässiger Kamerad.
Alle die ihn gekannt haben, waren von seiner "Persönlichkeit" beeindruckt. Er war in der Pferdegruppe der unumstrittene Chef, gegenüber fremden Personen eher scheu, gegenüber seinen Bezugspersonen aber zutraulich und anhänglich. Mit vorwurfsvollem, tiefem Wiehern und bettelnder Bewegung eines Vorderhufes, konnte er zum Beispiel auf sich aufmerksam machen, wenn er wieder einmal eine extra Portion Kraftfutter verdient zu haben glaubte.
Nun gibt es ihn nicht mehr, meinen lieben Loftur, der mir 27 Jahre treu war und mir noch wenige Tage vor seinem Tode unseren letzten gemeinsamen Ritt geschenkt hat. Ich werde ihn vermissen!

Petra Naegeli-Gisler